Tag 37 : Bohinj See


klein-kanada


Song des Tages: „Connected“ Kristofer Aström


Nach einer stürmischen Gewitter-Nacht plätschert morgens der Regen in Strömen auf mein Dach. Ich muss mal wieder grinsend den Kopf über mich und meine überstürzte Abfahrt schütteln: regentechnisch habe ich halt gar keine Klamotten dabei. Das wärmste ist ein einziger Fleecepulli und die Chucks sind meine „festesten“ Schuhe. Naja, wird schon wieder besser werden. Ich hole mir trotz Regen und Sturm frische Semmeln von der Bar, koche mir einen leckeren Tee, höre feine Musik (die perfekt zu diesem See und dieser Stimmung passt), kuschle mich in mein Bett und mache es mir richtig gemütlich. Während ich noch überlege, ob ich die Regenpause nutzen soll, zusammen zu packen und weiter zu fahren, bemerke ich, dass die Nachbarn die gleiche Idee hatten und so im Laufe des Vormittags fast alle Plätze um mich frei geworden sind. Ja, wunderbar! Ich parke rasch um, stehe damit in erster Reihe direkt am Strand und freue mich über diesen unerhofften Luxus-Platz! Das ist ein Plätzchen nach meinem Gusto.

Der Regen scheint aufgehört zu haben. Ich ziehe all meine Shirts übereinander, den Fleecepulli drüber und breche zu einem Spaziergang auf. Die Wolken hängen tief, es ist kühl, niemand unterwegs und außer den letzten Tropfen, die von den Zweigen herabperlen, ist nichts zu hören. Der See liegt unglaublich friedvoll in seiner ganzen Länge vor mir, hunderte Fische lassen sich sehen... Harmonie, Frieden, Schönheit: Toll.

Mein Nachbar-Bus stellt sich als junges Paar raus, das mir seine vom Mittagessen übrig gebliebenen Nudeln zum Abendessen anbietet. Während wir ratschen, machen wir uns mit dem wettergeschützten Holz ein Lagerfeuer am Strand und verbringen einen sehr netten Abend zusammen. Die Aussicht ist grandios: vor uns das hohe Feuer, über uns die Tannen, der tiefschwarze See, Vollmond in den letzten Wolkenfetzen – und dazu ein tiefschürfend-persönliches Gespräch. Ein schöner Abend.