Tag 38 - 40 : Bohinj See -> Sova-Klippe -> An der Kolpa, Slowenien


ruhiges dahinleben


Song des Tages: „Evelyn“ Abby


„Alles unter dem Himmel hat seine Zeit. Bleiben und sehnen. Fragen und staunen. Ruhen und tanzen. Wagen und vertrauen.“


„... Do whatever you do.
      Say whatever you say.
     Stay whenever you stay...“

Auch wenn der Stellplatz am See-Ufer für mich total perfekt ist: ich merke, dass es mir gleich zu viel mit den netten Nachbarn wird. Der Abend war wirklich richtig schön, aber statt zusammen zu frühstücken, gehe ich wieder auf Distanz und spüre deutlich, dass mir ein weiterer Tag hier zu viel wäre. Ich brauche wieder Ruhe, Freiheit und Abstand zu Menschen...

Nach einer Runde schwimmen packe ich mein Zeug, nutze nochmal die netten Waschplätze im Wald und bin weg. Etwas wehmütig, weil ich gerne noch mehr auf dem See gepaddelt wäre und vielleicht doch noch einen netten Lagerfeuer-Abend gehabt hätte, aber ich bin mir sicher, dass ich meine Zeit lieber alleine verbringen will.

Nach einer unspektakulären Fahrt immer der Nase nach findet sich ein netter Campingplatz und ganz am Ende des weitläufigen, fast leeren Areals stelle ich mich an den Rand einer Klippe. Einzig der Zaun stört gewaltig die super Sicht auf den Fluss Sova. Aber es ist angenehm ruhig hier, ich habe komfortabel viel Platz um mich herum, die Dusche ist super... und so verbringe ich entspannt den Abend, genieße den warmen Wind (der hier aber schon deutlich herbstlich riecht) und blicke über den Fluss zum nächtlich erleuchteten Städtchen, von wo die Rufe eines Fußballspiels herüberschallen. Sehr idyllisch!

Ich merke belustigt, wie zickig hoch meine Platz-Ansprüche sind: trotz toller Aussicht und viel Freiraum fahre ich am nächsten Morgen, weil mir der Zaun nicht taugt und ich keinen direkten Zugang zum Wasser habe. Nicht sehr viel weiter schlage ich unter Apfelbäumen am Fluss Kolpa mein nächstes Lager auf.

Das Gewitter der Nacht verschwindet glücklicherweise rechtzeitig, so dass ich nach dem leckeren Frühstücksbuffet (!) frohgemut mit meinem Kajak auf einen Transporter aufsteige und mich etwa 15 Kilometer  flussaufwärts transportieren lasse. Tiefenentspannt und überglücklich paddle durch den Wald. Das grasgrüne Wasser duftet so großartig! Ich sehe Kraniche und eine Menge Fische, Enten und Eichhörnchen und höre nichts weiter als das sanfte Rascheln der Laubbäume. Kein Mensch weit und breit... nur ich. Paradies!

Immer wieder steige ich aus und umtrage die kleinen Hindernisse oder wate im zu flachen Wasser ein Stück den Fluss entlang...  Erst nach Stunden sehe ich Anzeichen menschlicher Zivilisation: ein Restaurant. Wie toll. Ich lege an und bekomme eine ganz hervorragende Forelle serviert. Mann, geht‘s mir schon wieder gut! Mit vollem Bauch lasse ich mich weiter flussabwärts treiben, manchmal muss ich gegen den Wind anpaddeln, um überhaupt vorwärts zu kommen, so gering ist die Strömung... purer Meditationsgenuss.

Den Abend verbringe ich lesend im Franz, weil das Gewitter der letzten Nacht noch einmal Atem geholt und sich wieder über uns breit gemacht hat. Ganz ungewohnt, abends drinnen zu sein...