Tag 43 : Betonstrand -> Insel Brac, Kroatien


endlich wieder ankommen


Song des Tages: „Island in the sun“ von Weezer


„..On an island in the sun,

    we‘ll playing and having fun.
    And it makes me feel so fine,

    I can‘t control my brain.
    We‘ll run away together,

    we‘ll spend some time forever,
    we‘ll never feel bad anymore...“
                   

Den Morgen nutze ich für Mails, zur Aufladung allen Elektrokrams und Franz wieder auf Optimalzustand zu bringen: WC und Brauchwasser ausleeren, Frischwassertank auffüllen, Scheiben putzen, Fahrerin duschen.

Die kroatische Küste ist hier überhaupt nicht schön, die Dörfer sind extrem trist und touristisch, ich vermisse mein griechisches Strand-Frappé-Ritual und sause ungebremst einfach bis Split. Dort ohne Umwege an den Hafen, zehn Minuten später stehe ich auf der Fähre nach Brac: perfektes Timing! Runter vom Schiff und hoch rauf auf das Hochplateau. Ich habe ein genaues Ziel, weil mir Freundin Niki einen tollen Campingplatz nahe ihres Ferien-Appartements genannt hat, den ich geradewegs ansteuere. Ich sehne mich immer mehr danach, endlich mal wieder einen wirklich schönen Platz zu haben, der mir ein bisschen Ruhe gibt. Ich erträume mir einen Platz in der ersten Reihe am Meer, dazu schöne Aussicht, Ruhe, Freiraum... so wie mein Paradiesplatz in Griechenland...

Der Weg hinunter zu den terrassenförmig angeordneten Stellplätzen ist extrem steil, unbefestigter Schotter, sehr schmal und sehr kurvig. Mir egal: ich will jetzt (!) einen perfekten Platz! An der Rezeption auf halber Höhe des Berges sieht mich der nette Mann ausgesprochen belustigt an und fragt mich, ob ich hier selbst runter gefahren bin. Er gesteht, dass er noch nie eine Frau am Steuer eines solchen Busses gesehen hat... Ich bin verwirrt. Gut: er ist noch jung, hat vielleicht noch nicht all zu viele Camper gesehen, aber kann es wirklich sein, dass ich so ein seltenes Exemplar bin? Oder liegt es an dieser wirklich unlustigen Straße, auf die ich respekt- und gedankenlos gefahren bin? Ich scherze mit ihm und lasse mir den besten Platz auf dem Platz-Plan empfehlen - mir viel zu weit vom Wasser entfernt. Stur wähle ich einen Platz in der dritten Reihe und schlittere den Weg hinunter. Unten angekommen sehe ich, dass dieser Stellplatz einfach nichts für mich ist: zu klein, zu beengt, zu weit weg vom Wasser, null Aussicht. Also alles wieder zurück – wenn ich es schaffe... Rückwärts um die Kurve den super-steilen Waldboden rauf, um dann wieder in die entgegen gesetzte Richtung schwenken zu können. Schwitz! Der Bus steht in zwei Richtungen so stark geneigt, dass ich doch ins Überlegen komme, wo wohl die physikalische Grenze ist. Da bleiben Franz und mir doch kurz die Puste weg, so schräg und rutschig ist die Geschichte.

Wieder auf der Hauptstraße zurück, melde ich meine Ankunft bei meiner Freundin und frage sie gleichzeitig, ob ich nicht in ihrem Garten parken darf. Kein Problem! Hurra! Nach der großen Willkommens-Freude, einem kühlen Drink und der ersten Abkühlung im Meer richte ich meinen neuen Stellplatz inmitten eines riesigen Grundstücks ein. Weit ab vom Wasser, aber auch ganz weit ab von allen Menschen und mit einer traumhaften Aussicht. Das nächste Paradies-Plätzchen, wie schön!