Tag 15 : Krka Nationalpark -> Krvavica, Kroatien


Strecke machen statt einrentnern


Song des Tages: „The cave“ Momford & Sons


„Glück ist der Zustand des still lachenden Eins-Seins mit der Welt.“
Hermann Hesse


„...‘cause I need freedom now
      and I need to know how
      to live my life as it's meant to be...

Irgendwie hab ich dann doch noch mit vielen Fragen rausgefunden, wo der beste Zugang zu den Wasserfällen ist - ich hätt schon fast aufgegeben. Um 9 also auf das Touri-Boots-Taxi aufgesprungen, 20 Minuten über die Krka zum Eingang schippern und mich dann fast 3 Stunden durch den traumhaft, spektakulären, großartigen Park treiben lassen. (Immer auf der Flucht vor den Reisegruppen!)

Die sehr feuchte Hitze und das so üppige Grün geben der Wanderung gleich noch ein wenig Abenteuer-Dschungel-Charakter dazu...

Ich entscheide mich, heute mal „Strecke zu machen“, denn wenn ich weiter an dieser, zugegebenermaßen sehr feinen Küste herumgurke, kann ich mich gleich hier einrentnern und werde in der mir zugestandenen Zeit kein anderes Land mehr entdecken können. Weil das aber nicht der Plan der Reise ist, biege ich auf die Route zwischen Autobahn und Küstenstraße ein und durchfahre das Hinterland. So kurve ich sanft schaukelnd durch die Macchia, winke immer wieder den deutlich schnelleren Kroaten um mich zu überholen und komme in sehr meditatives Dahingleiten....

Statt Mittagessen (ich finde einfach kein schönes, lauschiges Plätzchen, das zum Stehenbleiben einlädt) lege ich mit der zweiten Hälfte der Kirschkerne eine weitere Spur meiner Reise und lasse alle als sehr sehenswert beschriebenen Städte links (bzw. rechts) liegen: die sehe ich mir mal mit noch mehr Zeit an, mich reizen weder Läden, noch Märkte, noch Stadtcafés besonders - und die Architektur wird auf mich warten. Ausserdem will ich nicht anhalten: Franz schnurrt gerade so schön entspannt!!

Am frühen Abend ist mein Sitzbezug, mein Kleid und mein Fahrkissen total durchgeschwitzt: ich sehne mich nach Wasser. Mit der Idee, vielleicht mal zur Abwechslung in einen Pool zu springen, folge ich dem großen Hinweisschild zu einem wahrscheinlich großen Campingplatz. Ich checke kurzerhand ein, lasse mir die Platzregeln, das Duscharmband (!) und die Gebühren erklären, dann mich persönlich zu meinem zugewiesenen Platz begleiten - und flüchte kurzerhand wieder raus. Ganz klares Gefühl: hier will ich auf keinen Fall bleiben! Mein persönlicher Horror! Bevor ich in so nem Irrsinn Zeit verbringe, fahre ich lieber noch ein gutes Stück und übernachte zur Not wieder auf irgendeiner Marina.

Eine gute Stunde später treffe ich auf einen ganz wunderbaren Platz! Klein, ohne Parzellen, sehr liebevoll angelegt und ruhig. Na also! Nicht der Traum, aber tausendmal besser, als der Irrsinn. Wieder alles richtig gemacht.

Mein Kopf ist voll, ich bin müd. Trotzdem gehe ich nach duschen, Klamotten waschen und essen noch runter an den Strand und begeistere mich für eine grandiose Bau-Ruine, in der ich lange herumlaufe und staune.
Und ein kleines Feierabend-Bier geht natürlich auch...