Tag 17 : Dubrovnik -> Budva, Montenegro


Was für ein Tag!


Song des Tages: „She moves“ Alle Farben


Eigentlich ist es trotz des nächtlichen Regens beim Aufwachen schon so heiß, dass ich gar keine Lust mehr verspüre, mich freiwillig in eine Stadt zu begeben - aber wenn ich mich schon für diesen teuren Platz entschieden habe... Also früh los und um 8.30 kurve ich schon um die Altstadtmauern. Die Idee des Campingplatz-Angestellten, mit dem Bus (ohne Franz!) dort hin zu fahren, kommt für mich natürlich gar nicht in Frage... Bei der zweiten Runde entscheide ich mich für das Parkhaus mit Münchner Parkpreisen. (Was für ein Vorteil, wenn man 5 Euro/ Std. gewohnt ist: dann kann man locker 18 Euro Fixpreis für 4 Std. latzen, ohne aus den Latschen zu kippen.) Nur 100 Meter zum Stadttor plus ein gekühltes Auto sind ausserdem unschlagbare Argumente.

Dubrovnik: Horden (!) von Asiaten, die unter Regenschirmen, komplett bekleidet (es gibt sogar Sonnenschutz-Armstulpen!), mit Handschuhen (!) und am Audio-Guide angestöpselt hinter hochgehaltenen Nummern herlaufen. Und sonst: schmale Gassen, durchgehend bestuhlt, kein einziges Haus ohne Lokal oder Geschäft. Na, das ist nix für mich, ich find's so nervig, dass ich noch nicht mal fotografiere. Nach einer Stunde beim Kaffee auf der schön schattigen Terrasse des Stadtcafés (Leute betrachten) und einem ebenso kurzen Streifzug durch die Gassen bin ich schweißgebadet und raus.

Abkühlung und Entspannung auf der Fahrt entlang der Küste. Aber mir ist so heiß, ich bin so schlapp, ich will Pause, einen Frappé oder meinetwegen nur einen Kaffee - und mir fehlt schon wieder ein gutes Pausenplätzchen. Also ungebremst rüber nach Montenegro. Dort suche ich in der ersten Stadt, Herzeg Novi, einen zentrumsnahen Parkplatz, um mir wenigsten dort eine Erfrischung zu gönnen. Laut der Anzeige an einer Apotheke ist es fast 40°, superschwül. Ich fange an, etwas genervt zu sein. Kein Schild zeigt die Nähe zum Stadtzentrum an, ich will aber nicht zu weit laufen, also fahre ich zur vermeintlichen Abkürzung in eine minischmale Straße, die sich nach etwa 500 Metern als Sackgasse entpuppt: ohne Wendemöglichkeit, logisch. Also die ganze Strecke zwischen geparkten Autos wieder zurück: Millimeter für Millimeter begleitet von zwei neugierigen Augenpaaren „geparkter“ Rentner am Strassenrand.

Die gepriesene Altstadt erweist sich als Miniausgabe Dubrovniks - nur dass Läden und Lokale geschlossen sind. Super. Also den gefundenen Parkplatz doch gleich wieder aufgeben und weiter: ich will nur noch irgendwo ankommen.... aber ich finde nichts! Das „Autokamp“ (also Wiese ohne was) in der Bucht von Kotor ist total verlassen und versperrt, der („Adac“??)-Campingplatz sieht aus wie ein Zigeunerlager.... also fahre und fahre ich, viel weiter, als ich eigentlich vorhatte. In Budva folge ich dem Camping-Schild, übersehe ihn aber und lande stattdessen an einem groß angelegten Strandbar-Areal: super verlockend, hier in der Pool zu springen! Aber um hier zu übernachten fühle ich mich nicht wohl genug - und so fahre ich gleich wieder davon. Ich bin so verschwitzt,  so müd, so bocklos - das erste Mal auf dieser Reise eine Nerv-Attacke!

Da läuft ein Paar in Strandklamotten: puh, die habens aber noch weit, denk ich mir. Als sie den Daumen raus strecken, nehm ich sie selbstverständlich mit - und was ist das für ein glücklicher Zufall! Die beiden sind so natürlich und nett: wir kommen gleich ins Gespräch und während ich sie zu ihrer Ferienwohnung fahre, checken sie mit ihrer montenegrinischen Freundin, dass ich für diese Nacht vor deren Haus parken darf. Ich freue mich so!

Selten so unkomplizierte, entspannte und herzliche Leute getroffen, wie diese Neu-Ulmer und deren Freunde, ein deutsch-montenegrinisches Ehepaar. Ich werde umsorgt, darf duschen, werde zum Abendessen ins Lokal eingeladen, wir lachen und ratschen bis spät - und ich muss keinen Stellplatz mehr suchen: was gibt es Besseres!? Was für ein Tag!