Tag 24 : Ksamil -> Bucht kurz nach der Grenze, Griechenland


Lazyday


Song des Tages : „Sugar Man“ Rodriguez


Kurzer Ratsch mit den Nachbarn und dann gemütlich losfahren - dachte ich so einfach, aber als ich das Auto anlassen will: null Reaktion. Ach, Franz.... Alter Sack! Ich bleibe erstmal cool, bevor ich mich aufrege. Vielleicht braucht er ja nur ein bisserl Zeit... Erst schööön Zuspruch: hilft nicht. Dann auf die Kühlerhaube boxen: hilft nicht. Dann am ganzen Auto bei eingelegtem Gang feste ruckeln: hilft! --- Zufall! Hat sicher keine therapeutische Wirkung, aber is mir ja egal: er läuft wieder wie ein Glöckerl... Er ist halt einfach 20, da sind die besten Anspringjahre vorbei...

Hätte ich eine Woche mehr Zeit, würde ich mir super gerne noch das Hinterland ansehen, denn der bisherige Eindruck Albaniens kann ja nicht der ganzen Wahrheit entsprechen... aber so steuere ich über die kleinst mögliche Straße (die Albaniens Straßenpflege nochmal von ihhrer schlechtesten Seite zeigt) die kleine Grenze an. Eine Seilfähre (Toll, die mal in echt zu sehen - der Begriff bezeichnet beim Kajakfahren die entspannte Weise, den Fluss zu kreuzen...) zieht mich und Franz etwa 50 Meter über einen Kanal. An „Deck“ lasse ich mir von den albanischen Jungs begeistert die Spieler vom FC Bayern aufzählen - wobei Manuel Neuer die meisten Sympathiepunkte hat.

Mein Fazit von Albanien (also zumindest der Küstenregion): Kein wirklich großes Abenteuer, aber eine Top-Reiseempfehlung für alle, die ein neues Land erleben wollen. Der Aufbruch ist wirklich überall spürbar, auch wenn viele (noch nicht fertige oder schon wieder aufgegebene) Bau-Ruinen rumstehen, die (quasi neuen) Straßen schon wieder kaputt und die alten fast unfahrbar sind und die großen Werbetafeln von Nescafé offensichtlich schon zu lange in der Sonne stehen. Die Menschen, denen ich begegnet bin, reichen von augenscheinlich sehr arm (angeblich alles Roma), über viele, viele Kleinhändler, Caféhocker, Bauarbeiter, Traktorfahrer..., sehr gepflegte (gestylte!) Supermarktbesitzerinnen und natürlich den fies-geldigen Youngster. Ich bin überall mit Englisch und Euro durchgekommen, habe sehr viel Lächeln (und Obst und Raki und Espresso...) geschenkt bekommen und hatte nirgends (!) ein Gefühl der Unsicherheit/ Gefahr. Also: hin, wer will!

Der albanische Grenzer macht mir einen Heiratsantrag, der griechische kann nicht glauben, dass ich alleine bin und fragt dreimal nach (vielleicht ob ich jemanden nach Griechenland schmuggeln will?) und gerade, als ich (hupend!) "mein" Griechenland begrüße, sehe ich in der Bucht unter mir einen Camper parken. Da will ich hin!

Und so verbringe ich einen ganz wunderbar faulen, entspannten Lazyday mit 4 anderen Wohnmobilen in dieser Bucht. Abends das obligatorische Glas Wein im Sonnenuntergang, danach kann ich endlich mal ein Lagerfeuerchen machen und herrlich still werden....