Tag 06 : Kiel -> Fähre


wieder am meer!


Song des Tages: „Clementine“ Sarah Jaffe



Ich muß erst um 14 Uhr am Hafen um die Ecke sein, so könnte ich relativ entspannt zusammen packen, vor allem weil es nieselt und ich ganz gut was arbeiten könnte - aber an diesem Platz herrschen klare Regeln: Check Out um 11. Egal, sehe ich mir Kiel noch an.

Als ich die Zusatzbatterie ab- und gleich bei Franz anstecken will, bemerke ich, dass sie nicht geladen ist. So, jetzt fange ich langsam an, mich zu ärgern: warum muss denn bitte zu allen Elektrik-Problemen auch noch das neu gekaufte Elektrik-Problem-Löser-Teil kaputt sein? Aber ich ziehe weiter mein Nicht-ärgern-und-nicht-weiter-nachdenken-Programm durch und mache mir erstmal eine Tee, um mir klar zu werden, was ich jetzt machen kann.

Und wie toll: mein „Yogi-Tee-Orakel“ bringt den tagesaktuellen Super-Spruch: „Ziel des Lebens ist, sich an jedem Moment zu erfreuen“ - Richtig! Ich freue mich, trinke im Nieselregen den Tee, sehe die Schiffe vorbei ziehen, lasse mir den Weg zum Baumarkt erklären und bettle auf dem Platz nach Starthilfe.

Erst im übernächsten Laden kann mir ein ganz großartig serviceorientierter Mann die Profi-Ausstattung besorgen lassen. Das doofe Powerpack bekommt einen deutlich teureren, aber extrem professionell aussehenden „Reanimator“ als Ersatz - und weil ich weiter nachgedacht habe, kaufe ich auch noch ein Batterie-Ladegerät dazu, damit mir niemals die Musik beim Fahren ausgeht, denn DAS wäre tatsächlich ein Heimfahrgrund!

Die Fähre lässt pünktlich einschiffen, unter Deck werden die Autos und LKWs für mich überraschenderweise angekettet. Kenne ich sonst nicht und auf meine Nachfrage erhalte ich die Auskunft, dass Sturmwarnung besteht. Na super. Mich gruselts.

Als ich mich am Oberdeck im Regen und im aufziehenden Sturm von Land verabschiede, wäre ich so viel lieber daheim im Warmen auf meiner Couch... ich sehne mich sehr nach Gemütlichkeit.

Auf der Suche nach einer ruhige Ecke, in der ich die Zeit bis zum Schlafen zu verbringen gedenke, komme ich mit zwei entspannten Nordlichtern ins Gespräch, die mir das Unwohlsein vor der stürmischen Überfahrt nehmen und mich mit mehreren Bieren und sehr interessanten Gesprächen vom geplanten Arbeiten abhalten. Ein sehr netter Abend!