Tag 07 : Fähre -> Klaipeda, Litauen -> Nida/ Grenze zu Russland


entdeckerlaune


Song des Tages: „Io and I“ Impala Ray



Zu ersten Mal durfte ich auf einer Fähre nicht in meinem Franz-Kokon schlafen, sondern habe eine 4er-Frauen-Kabine gebucht. Innen, ohne Aussicht, weil billiger. Find ich mittelgut, ist aber mal eine Erfahrung wert.

Mein letztes Bier wollten die beiden anderen Kabinen-Kolleginnen nicht abwarten, denn als ich mich nach der letzten Zigarette (im Turbo-Sturm!) ins Bett legen wollte, ist es schon stockfinster in meinem Zimmer. Also tappe ich im mir fremden Raum möglichst leise umher und versuche, niemanden zu wecken. Aber die Toilette ist verstopft, na super! Dann husche ich halt mit meinem Schlafgewand noch rasch über die Gänge, egal. Als ich zurückkomme, bemerke ich laut lachend, dass ich in der Dunkelheit statt der Zimmer- doch die EC-Karte aus der Jeans gefingert habe... Gackernd tappe ich also im Schlafanzug zu Rezeption, dann zur Bar, dann mit Security-Mann zurück zu meiner Kabine. Typisch - aber lustig!

Geschlafen habe ich trotz (oder wegen ?) dem sehr deutlichen Geschaukel ganz hervorragend! Beim Frühstücksbüffet treffe ich die beiden „Jungs“ wieder und wir setzen das Ratschen fort. Der Sturm (immerhin Windstärke 6-7) ist an Deck so stark, dass man kaum auf den Beinen bleibt und die Sonne strahlt dazu: ein Wetter nach meinem Geschmack, obwohl ziemlich kalt.

Sehr pünktlich erreichen wir Klaipeda in Litauen: die Mündung der Memel ist reines Industriegebiet - ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte, aber offenbar war es früher der größte russische Flottenhafen... Runter von der Fähre (Ja! Franz springt dank „Reanimator“ komplikationslos an!) und - nach der Alkoholkontrolle (mit ins Röhrchen pusten!) bei Hafenausfahrt - erstmal Richtung Süden zur kurischen Nehrung, den Nationalpark direkt an der russischen Grenze.

Eine kleine Fähre setzt uns über die Memel, auf einer schmalen schönen Strasse fahre ich langsam durch dichten, hohen Mischwald. Die Sonne blitzt durch die Stämme und ich geniesse den Anblick. Am Ende der Landzunge finde ich in Nida den Campingplatz und richte mich in der Nähe der beiden einzigen anderen Autos (und natürlich eines Stromkastens) häuslich ein - endlich habe ich das Gefühl, dass ich wieder richtig auf Reisen bin!