Tag 12 : Riga, Lettland -> Pärnu, Estland


wald, wald, wald


Song des Tages: „Roadtrippin" Daniel Cirera




Nicht schlecht, im warmen Zimmer aufzustehen... und dann im Warmen zu frühstücken. Aber fad.
Also weiter, durch Riga durch. Ich würde mir so gerne die Zeit nehmen und diese Stadt besichtigen, von der schon so viele geschwärmt haben - aber um sie wirklich zu sehen, bräuchte ich wirklich viel mehr Zeit. Ich hebe mit Riga einfach als gute Idee für einen Städtetrip auf und fahre fasziniert einmal quer durch. Bis bald!

Dann: ausschließlich Wald. Immer geradeaus. Ich gerate in tiefe Meditation bei 100 Sachen auf der fast leeren Strasse: so könnte ich ewig dahin fahren... Aber ich vermisse eine Aussicht extrem! Ich kann an einer Hand abzählen, wann ich das Meer gesehen habe - sehr schade!

In Ermangelung an schönen Parkplätzen fahre ich ohne Pause einfach durch, überquere die fast unsichtbare Grenze nach Estland und komme in Pärnu an. Es liegt eigentlich auch am Meer, aber ich parke Franz möglichst zentral und bummle durch dieses extrem sympatische, ziemlich touristische Städtchen mit kleiner Fußgängerzone und wirklich netten Geschäften. Erstaunlich finde ich, dass bisher alle Balten beneidenswert gut Englisch sprechen und ich überhaupt kein Problem habe, mich durchzufragen oder zu quatschen. Das erhöht mein total entspanntes Gefühl. Irgendwie fühle ich mich daheim... obwohl es hier oben so deutlich anders aussieht, als alle Städte, die ich bisher gesehen habe. Es liegt wahrscheinlich daran, dass das Verhalten der Bevölkerung so überraschend bekannt ist - anders als beispielsweise auf dem Balkan. Ich bin jedenfalls erstaunt und sehr fröhlich, mich hier so wohl zu fühlen.

Nach meinem langen Stadtbummel (und vor allem nach Modern Talking mit "Chery Chery Lady" aus dem Lautsprecher einer Kneipe) habe ich keine Lust mehr auf die Weiterfahrt und stelle mich mitten in der Stadt auf den Campingplatz, umzingelt von finnischen Rentnerpaaren. Dank der Bewölkung ist es (entgegen der letzten sternenklaren Nächte) einigermaßen erträglich kühl, also kann ich endlich mal wieder noch bis zur Dunkelheit draussen sitzen - und dann darf ich mir eine mitgebrachte Portion vom hervorragenden Hirschgulasch aufwärmen, über die ich mich sehr freue! Danke, Thomas.