Tag 08 : Rewal -> Sarbsko See, Polen


glückstag!


Song des Tages: „Autobahn“ Ohrbooten (Danke, Luisa!)


„...denn das Leben
ist wie eine große Autobahn:
lass uns nicht lang überlegen,
sondern losfahren!
Wohin is egal
und wo lang werd ma seh‘n,
es wird immer weiter gehn...“


Ganz früh gehe ich meine Runde am Strand, genieße die (jetzt sichtbare) Weite des Strandes und lass mir den Wind um die Ohren brausen. Schon schön, so im Detail betrachtet...

Nach dem nächtlichen Gewitter ist es plötzlich herbstlich-kühl und so ist der heutige Plan, mich möglichst viele Kilometer von all dem Wahnsinn zu entfernen. Franz wird auf Vordermann gebracht und mittags gehts nach Osten/ grob Richtung Danzig.


Ich verbringe den Tag auf der Straße und freue mich! Ich fahre einfach so gerne und gucke, staune, singe, tanze, denke... immer wieder biege ich von der Hauptstraße ab, kurve durch die Dörfer und kriege mich gar nicht ein, so verwunschen finde ich es hier. Ich bin ganz verliebt in die rumpeligen Ortsstraßen.

Den krassen Regenschauer verbringe ich im Franz schlummernd auf einem Rastplatz zwischen meinen Trucker-Kumpels und bin so dankbar für diese wundervolle Unabhängigkeit.

Ich bin ja gänzlich planlos, habe keinen Polen-Führer und auch keine Campingplatz Übersicht dabei und so steuere ganz aus dem Bauch raus einen großen See im Naturschutzgebiet an, den ich auf meiner Oldschool-Europa-Karte finde: da wird es ja wohl einen Campingplatz geben, mit viel Glück vielleicht sogar mit Seeblick? Es wird spät. Verschwindendes Tageslicht macht mich immer etwas unentspannt, ich will ganz gerne mein Nest gefunden haben, bevor es dunkel ist. Aber diese drei wirklich zwielichtigen Typen am Eingang eines ganz einsamen Campingplatzes lassen mich doch rasch (dabei freundlich lächelnd) den Rückwärtsgang einlegen und rückwärts die Stichstraße zurückrumpeln.

So schunkle ich 15 Kilometer über ratternde Sandpisten und tiefe Schlaglöcher zurück zur Hauptstraße und orientiere mich Richtung Leba, einer etwas größeren Stadt am See, denn jetzt muss es rasch (!) irgendein (!) Übernachtungsplatz werden. Aber mein eigenes Daumendrücken wird belohnt! Lauthals juble ich, als mir im letzten Tageslicht ganz zufällig ein wirklicher Traumplatz begegnet! Total leer, sehr sympathisch cool und direkt am See. Na, siehste...