Tag 17 : Kaliningrad, Russland -> Nida, Litauen


Wie ankommen


Song des Tages: „Going Up The Country“ Kitty, Daisy & Lewis (Danke, Franzi!)


„Das Setzen der Segel, nicht die Richtung des Windes bestimmt, welchen Weg wir einschlagen.“   Jim Rohn


Mehr über den
Nidos Kempingas

auf der Kurischen Nehrung
findest Du auf meinem Blog
Cool Camping Wohnmobil


Was habe ich für ein Wahnsinns-Glück mit dem Wetter (nicht nur mit dem natürlich!) Die Sonne lacht mich noch früher als sonst aus dem Franz (denn hier sind wir eine Stunde voraus!). Mit sehr lauter Musik cruise ich die superperfekte Autobahn entlang und schmunzle über die totale Unfähigkeit, mich auch nur ansatzweise per Schild zu orientieren. Wie gut, dass mich mein Navi wiedergefunden hat und auch weiß, wo lang es gehen soll.

Die Polizei winkt mich raus, hektisch überdenke ich all meine vermeintlichen (Fahr-)Fehler - aber der Kappo will seinem Lehrling wohl nur zeigen, wie ein deutscher Führerschein (oder der einzig regeltreue Fahrer weit und breit!) aussieht.

Die Einfahrt auf die kuhrische Nehrung (auch auf russischer Seite ein Naturschutzgebiet) kostet 300 Rubel, also etwa 4,50 Euro (nach Litauen dann 15 Euro). Ich liebe diese geraden, leeren Straßen durch den Wald so sehr! Zeit für eine kleine Pause, ein paar Schritte nur sind es barfuß durch den Wald zur Ostseee - und ich atme lang (!) und tief (!) und bin sehr beglückt! Genau SO muss „mein“ Meer aussehen, so muss es riechen und sich anfühlen... Lange kann ich mich nicht trennen - wie seltsam, dass ich bei diesem Anblick sofort (!) zur Ruhe komme, das Gefühl habe, anzukommen...

Die Grenzanlage wirkt so ausgestorben, dass ich kurz überlege, ob sie vielleicht geschlossen sein könnte, aber da schleicht doch schon der erste Soldat betont langsam um die Ecke... Ich brauche eine dreiviertel Stunde, fünf (!) Mal zeige ich Reisepass und Autopapiere, einmal verdreht ein Grenzer seufzend die Augen, weil ich die „Zollerrrklääärrrung“ nicht habe, aber irgendwie gehts wohl auch ohne. Lustigerweise untersucht der russische Drogenhund meinen Franz bei der Ausreise: hmmm... ob die ihre Drogen wohl im Land behalten wollen? Aber weder der russische, noch der litauische Grenzer haben etwas zu beanstanden, allerdings fragen mich beide, wo denn mein Mann ist. (Vielleicht sollte ich mir mal eine wirklich witzige Antwort für diese häufige Frage ausdenken... )

Nur 4 Kilometer nach der Grenze wartet der „Nidos Kempingas“ auf mich, der schöne Campingplatz mitten im Wald, den ich vor genau 11 Monaten schon mal gefunden hatte. Ich bin hoch erfreut über die Waschmaschine samt Trockner (eine Seltenheit!) und die warme, herrliche Sommersonne zum Kaffee!

Und mein Feierabendbierchen am Ostseestrand wird mit einem unglaublichen, unrealistischen, unbeschreiblich spektakulären Sonnenuntergang gekrönt. Wahnsinn!