Tag 28 : St. Petersburg, Russland -> See in Finnland


so schee am see


Song des Tages : „Soits lebn“ Seiler und Speer (danke, heiko!)


"If you are not living on the edge, you are simply taking up space." (Spruch hab ich von Borris, Adventure Manufactory Team)


" Ein Hoch
aufs Leben und die Welt
auf dass uns nie was fehlt
und keiner von uns leiden muss.
...
Ein Hoch
auf eine wunderbare Zeit
und hoff ma, dass mehr bleibt
als an Foto in am Album.
...
Ein Hoch
auf a jeds Hindernis
aa wenns no so gschissn is,
aus Fehler da lernt ma..."


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Camping Vaalimaa

findest Du auf meinem Blog
Cool Camping Wohnmobil


Eine sehr nette Verabschiedung von Gregori, Michael, Vera, dem Team des Kulturhauses, in dessen Garten ich stand. Ach, es ist einfach so traurig, wenn man die Sprache des anderen nicht spricht! Man blickt sich in die Augen und ist sich sympathisch, sieht das Lächeln des Herzens und es ist natürlich eine Verständigung möglich. Aber ich kann nichts erfahren über den Alltag, über die Menschen. Es ist so schade!!!

Raus aus St. Petersburg ist noch einfach, da ich ja weiß, wo ich hergekommen bin. Aber dann auf  die richtige Autobahn... Dieses Autobahnkreuz ist nicht kleeblattförmig, wie wir das kennen, sondern sieht eher aus, wie ein Achterbahn-Gesamtkunstweg. Chancenlos eh schon und dann mit der kyrillischen Beschriftung (während auf meinen Karten ja nur die lateinischen Buchstaben sind)... Es ist das erste Mal auf dieser Reise, dass mir ein herzhafter Fluch entfleucht: Scheiß doofe Technik! Es funktioniert einfach nicht! Kein einziges Navisystem findet irgendwas oder ortet rechtzeitig richtig, es ist zum Verzweifeln. Zu guter Letzt fahre ich nach Kompass, weil es dazu auch noch so bedeckt ist, dass mir die Sonne nicht helfen kann... Naja. Aber auch geklappt.

Auf der richtigen Straße angelangt (Helsiki steht dran) dreh ich erstmal die Musik auf und will unbedingt an einem Trucker-Rastplatz etwas essen. Für knapp 4 Euro bekomme ich einen riesigen Teller Bratkartoffeln mit einen Stück Fleisch, überbacken mit Zwiebeln, Pilzen, Käse. Lecker. Und dazu die megalaute Beschallung des „Rambo“-Schlachterfilms. Puh.

Ich will eigentlich noch länger in Russland bleiben. Aber alle wenigen Stichstraßen, die ich von der Hauptstraße aus finde (meist sind es nur Waldwege), enden im Nirgendwo, an einem einsamen Haus oder im Wald. Ich finde einfach keinen Strand, dafür müsste ich die ganz kleine Küstenstraße fahren, aber es nieselt und ist echt kalt: hab ich einfach keine Lust dazu. Und Wald hab ich jetzt erstmal auch genug gesehen...

Also halte ich auf die Grenze zu, kaufe vorher am Straßenrand bei einer alter Frau (eine Russin, wie ich mir Russinnen vorstelle: großartiges Bild!) frische Pfifferlinge und Blaubeeren und schenke ihr dazu meine letzten Rubel. Lange überlege ich, wie Straßenverkäufer überleben können. Und es gibt so viele davon!

Hoppla: Nur eine erstaunlich kurze Stunde später bin ich im riesigen Grenzland (trotz der allerunfreundlichsten Grenzer von allen!) und 3 Minuten später in Finnland. Fast schon überrumpelt werde ich 4 Kilometer später von einem Campingplatzschild - und obwohl ich eigentlich Helsinki geplant hatte, biege ich kurzentschlossen ab. Ich spüre, dass ich nach Tallin und St. Petersburg jetzt erstmal wieder Natur und Luft und Ruhe brauche.

Traumplatz! Ganz allein für mich! See. Sicht. Platz.

Und on top zwei Highlights: Eine tolle Sauna ganz für mich allein! Und danach ein Lagerfeuerchen am See. Gehts mir gut!